Montag, 15. März 2021

Matze

Da mir zum Schreiben die Inspiration fehlt, hole ich sie mir. Und zwar in Form kleiner Schreibchallenges, deren Ergebnisse ich hier teile. Die Challenges sind simpel. Ich bekomme einige Wörter vorgegeben, die ich in meinen Text einbauen muss, wie bei einer Reizwortgeschichte. Dafür habe ich jeweils vierzehn Tage Zeit...


Challenge Nr. 3

Leckschutzkragen
liebestrunken
blöken
gehörig
Schnitte


Früh am Morgen liegt der Matze,
verliebt auf seiner Lustmatratze.
Isst genüsslich eine Schnitte,
nach letzter Nacht schon seine dritte.
Gestern Abend war ein Fest,
das vollgesiffte Liebesnest
hat geduftet, nicht gestunken,
denn er war ganz liebestrunken.
Am Ende konnt er kaum noch steh’n,
drum wird er heut zum Doktor geh’n.

Der Doktor ist ein alter Mann,
strenge Miene, Hose an.
Er stellt Matze ein paar Fragen
und verschreibt nen Leckschutzkragen.
„Muss ich den jetzt immer tragen?“
„Keine Sorge, nicht verzagen.
Den trägst du bitte stets zur Nacht,
oder wann du’s sonst so machst.“
„Bitte nicht, denn damit stör ich
mich beim Sex und zwar gehörig.
Sowas erstickt die Lust im Keim,
das kann doch nicht die Lösung sein.“
„Nicht hadern, Matze, denk dran, immer
gibt’s andre, den‘ geht’s noch viel schlimmer.“
Der Arzt verweist mit Zeigefinger,
aufs Blöken aus dem Wartezimmer.
„Weil er sich aus dem Fenster warf
kriegt er Tabletten bei Bedarf.
Davon hat er zu viel genommen,
die sind ihm ziemlich schlecht bekommen.
Jetzt hält er sich für ein Schaf.“
Matze schweigt und nickt und nimmt
den Leckschutzkragen. „Ganz bestimmt
hab ich recht, denn ich bin Arzt,
du hast nur RTL und Hartz.“
Er kritzelt etwas auf nen Block,
nimmt seinen Hut und seinen Stock,
geht zum Fenster und sagt „Nun,
da ist die Tür, ich hab zu tun.“

Spät am Abend liegt der Matze,
deprimiert auf der Matratze.
Guckt RTL und nagt ne Schnitte,
Wurst mit Käse in der Mitte.
Ein Mädchen auf ner Bühne singt,
Matzes Lustmatratze stinkt.

Dienstag, 2. März 2021

Ein Mops

Da mir zum Schreiben die Inspiration fehlt, hole ich sie mir. Und zwar in Form kleiner Schreibchallenges, deren Ergebnisse ich hier teile. Die Challenges sind simpel. Ich bekomme einige Wörter vorgegeben, die ich in meinen Text einbauen muss, wie bei einer Reizwortgeschichte. Dafür habe ich jeweils vierzehn Tage Zeit...         


Challenge Nr. 2

Mops
desodorieren
zackig
entflammt
Perle
wuschig
Macht

             

Ein Mops, der von nem Windhund stammt,
ne Kerze, die bei Nacht entflammt.
Ein Weinglas, das mit Bier gefüllt,
ein Schoßhund, der als Löwe brüllt.
Bergsteiger, die im Tal flanieren,
Zitronen, die desodorieren.
Ein Schreiber, der auf Zack und zackig,
ein Kunstwerk, das leicht grün und kackig.
Ne Perle, die den Nacken stemmt,
ein Kerle im karierten Hemd.
Ein Richter, der beim Richten lacht,
er darf das, denn er hat die Macht.
Ein Brotkorb, der nach Früchten stinkt,
ein Winter, der vom Frühling singt.
Ein Kochtopf, dem der Henkel fehlt,
ein Mann, der sich den Spitzbart gelt.
Ein Penner, dem’s vom Pennen plagt,
ein Hündchen, das die Hennen jagt.
Ne Müllfrau, die ne Tonne trägt,
ein Badener, der nach Wegen frägt.
Zwei Teenies, die ganz wuschig sind,
drei Jahre später, zweites Kind.
Ein Stoppschild, das ganz leicht verbeult,
ein Schulkind, das am Spielplatz heult.
Ein Triebwerk, das beim Fahren kreischt,
ein Kater, der die Maus zerfleischt.
Ein Priester, der beim Trauen stockt,
ein Füller, der beim Schreiben stoppt.

Donnerstag, 18. Februar 2021

Tunichtgut

Ich bin wieder da. Seit Jahren schon schreibe ich wieder, zwischenzeitlich habe ich es sogar auf die Bühnen der Poetry Slams geschafft. Aber veröffentlicht habe ich nichts. Das soll sich schleunigst ändern.
Da mir zum Schreiben die Inspiration fehlt, hole ich sie mir. Und zwar in Form kleiner Schreibchallenges, deren Ergebnisse ich hier teile. Die Challenges sind simpel. Ich bekomme einige Wörter vorgegeben, die ich in meinen Text einbauen muss, wie bei einer Reizwortgeschichte. Dafür habe ich jeweils vierzehn Tage Zeit...


Challenge Nr. 1

Gülle
schimmern
wohlauf
Wurst
Fußgängerüberweg
Spritzbeutel
saftig

Ich lieg den ganzen Tag im Bett und frag mich, wie es weitergeht,
dabei geht es ständig weiter – es ist nur meine Welt, die steht.
Ich will aufstehen doch ich schaff’s nicht, meine Stromrechnung ist saftig.
Ich denk an morgen, gestern, bald, werde wartend langsam alt.

Alles in allem bin ich ein komischer Kauz, ich sehe nichts ein, aber ich sehe gut aus.
Ich bestell beim Griechen Pizza, und beim Asiaten Steak,
ich ignoriere Obdachlose und den Fußgängerüberweg.
Ich mach Möhren in den Mixer, in den Käsekuchen Wurst,
ich krieg Angst beim Onanieren und beim Kacken krieg ich Durst.
Bin manchmal stramm und selten drauf, aber doch zumeist wohlauf,
trinke Bier und Schnaps und Wein, harte Drogen lass ich sein.
Habe hin und wieder Sex, schreib auch mal nen kurzen Text,
hab zu tun und tue nix, mach ich doch was, mach ich’s fix.
Bin beim Backen überfordert, weiß nicht wirklich wie das geht,
bin der Typ der voll verloren vor dem Spritzbeutel steht.

So lieg ich nun im Bett und warte, schmeckt wie Gülle und zwar harte.
Fühl mich einsam, fühl mich klein, so kann’s doch nicht immer sein.
Schüchtern schimmert eine Frage, die, ich weiß nicht, wie ich’s sage,
mich seit Jahren schon begleitet, mich in dunklen Stunden leitet.
Ich weiß nicht ob, ich weiß nicht wann, aber wenn, dann weiß ich, dann
werd ich glücklich, werd ich Mann: Wann fängst du zu leben an?

Donnerstag, 16. März 2017

Samstag, 4. März 2017

Inspiration


Der Sonnenbäder gibt es viele,
Entlocken Schreibers Feder Stile,
Welcher er noch ungeahnt.

Der Außenwelt er ungeachtet,
Sein Werkzeug lediglich betrachtet,
Wie es sich die Wege bahnt.

Im Handumdrehen sind gefunden,
Die Wörter, der er brauchte Stunden,
Eh er in die Sonne trat.

Der Dutzend viele Lobgedichte,
Im Glanz verwoben zur Geschichte.
Gesegnet sei das Sonnenbad.

Mittwoch, 9. September 2015

Was für eine wunderbare Welt


"Meine Ehe ist so öde, diese langweilige Frau. Warum wir noch zusammen sind? - weiß keiner so genau. Wir lassen uns bald scheiden, aber erst in ein paar Jahren. Mit zwei Kindern ist es besser, die Vernunft-Schiene zu fahren.
Mein Job ist ähnlich scheiße, jeder Tag ist eine Qual. Doch mit Ü40 wird’s dann schwierig, also hab ich keine Wahl. Glück kenn ich nur beim Puffbesuch und nach dem achten Bier – ach ja, und dieses eine Mal: Schneider, Grand Hand, ohne vier."

"Mann, du kommst mir mit Problemen, immerhin hast du 'nen Job. Wenn ich an deiner Stelle wär, dann ginge es mir top.
Ich ernähre mich von Pizza, lieg den ganzen Tag im Bett. Hartz IV ist viel zu wenig und 'ne Freundin wäre nett. So vier bis elfmal wichsen und genauso oft aufs Klo. Ich bin fürs Arbeiten zu müde und weiß selber nicht, wieso. Bin super fett geworden, obwohl ich Kaffee trink und rauche. Hab keine Kohle für den Urlaub, den ich ewig dringend brauche."

"Von 14 Jahren Schule waren 13 für den Arsch. Fragst du mich nach Sonnenschein, dann antworte ich barsch. Ich studiere ohne Abschluss, jetzt im 18. Semester. Hätte ich mich reingehängt, dann wär ich Jahrgangsbester. Schuld an allem ist der Staat, ich hasse das System. Jetzt woll'n die, dass ich fertig werd, ich sei wohl zu 'bequem'.
Die da oben sind so zugeknöpft, doch seh ich noch 'ne Lücke. Ich schnapp mir meinen Hund und dann geht's ab unter 'ne Brücke."

"Ich arbeite von früh bis spät, für mich gibt's keinen Morgen. Das Geld ist Nebensache, die Gesundheit macht mir Sorgen. Wer mir erstmals begegnet, schätzt mich fünf Jahre zu alt. Der Tod kommt vor der 50, dafür werd ich gut bezahlt.
Du hängst dich rein für nix, denn Undank ist der Welten Lohn. Keinen interessiert's, selbst meine Mum macht ein' auf Sohn. Sie kommt täglich mit Gefallen an und gibt sich superweise: 'Erst reißt man sich den Arsch auf und dann sitzt man in der Scheiße.'"

"Wo sie Recht hat, hat sie Recht und Recht ist das, was ich studier. Ich bin das Gegenteil von schlecht, mit 16 Abi ohne vier. Du solltest auf mich hören, denn ich weiß sehr gut Bescheid. Und wenn du etwas nicht verstehst, bist du vielleicht noch nicht so weit.
Die Weisheit aus der Muttermilch, die Löffel waren golden. Mein Wunsch ist stets Befehl und ich bin teuer zu besolden. Meine Meinung ist Gesetz und meine Aussprache korrekt. Ich denke, wie ich aussehe: adäquat, perfekt."



Mittwoch, 26. August 2015

Volle Breitseite


Der Körper rebelliert gegen die Diktatur im Kopf,
Es krallen sich die Hände an mein Herz und an den Schopf.
Im Panikpuls erbeben meine allzu schwachen Glieder,
In alle Zellen kriecht es mir, das eisig kalte Fieber.

Das Leiden nimmt kein Ende, in Unendlichkeit allein,
Es zittern mir die Hände und ich möchte nicht mehr sein.
Ein Steuern kaum noch möglich und ich werde nass geschwitzt,
Also bleibt starres Verharren, wenn der Teufel in mir sitzt.

Der viel zu kurze Schlaf kommt erst sehr spät und dann nur halb,
Ich zucke im gewohnten Schock der mir gebrachten Alp.
Am Morgen geht es anders aber irgendwie noch kacke,
Ich fühle mich wie eingehüllt ins Futter einer Jacke.

Der Dämon ist verschwunden aber lange nicht besiegt,
Beim nächsten Mal ist's dann jedoch ein Krieger, der hier liegt.